Reiseführer zur Ulvik Wasserfall-Sightseeing-Tour
Willkommen zu einer 2 Stunden und 20 Minuten langen Sightseeing-Tour zum schönsten Wasserfall in Ulvik! Diese Tour führt dich zum Wasserfall Skjervsfossen, einem der beeindruckendsten Wasserfälle entlang der offiziellen Norwegischen Landschaftsroute Hardanger.
Herzlich willkommen zu unserer heutigen Sightseeing-Tour ab Ulvik. Wir von Book Hardanger wünschen dir eine wunderschöne Fahrt und möchten unterwegs einige interessante Geschichten und Höhepunkte mit dir teilen.
Du kannst diese Seite auf Englisch oder Deutsch lesen oder den Audioguide in 15 verschiedenen Sprachen anhören.
Highlights der heutigen Tour
- Unsere Fahrt beginnt entlang des Ulvikfjords in Richtung des wunderschönen Osafjords.
- Am Hauptarm des Hardangerfjords angekommen, genießt du einen herrlichen Blick auf die Hardangerbrücke – eine der längsten Hängebrücken der Welt.
- Anschließend fahren wir durch den Vallavik-Tunnel mit seinem beeindruckenden blau beleuchteten Kreisverkehr tief im Berg. Diese außergewöhnliche Ingenieursleistung dient gleichzeitig als Zufahrt zur Hardangerbrücke.
- Von dort geht es weiter zum heutigen Höhepunkt der Tour: dem spektakulären Wasserfall Skjervsfossen. Hier machen wir einen etwa 30-minütigen Aufenthalt. Ein gut ausgebauter, asphaltierter Weg von rund 100 bis 150 Metern führt dich direkt zum Fuß des Wasserfalls, wo du die gewaltige Kraft der herabstürzenden Wassermassen aus nächster Nähe erleben kannst. Wenn es dir nichts ausmacht, ein wenig nass zu werden, sorgt der feine Sprühnebel an warmen Tagen für eine herrlich erfrischende Dusche.
- Nach unserem Besuch fahren wir über die historische Bergstraße zurück nach Granvin und weiter Richtung Ulvik. Als diese Straße 1901 eröffnet wurde, war sie die erste Straßenverbindung, über die Ulvik ohne Boot erreichbar war. Die Route führt durch das wunderschöne Espelandsdalen mit seinen stillen Bergseen und bietet auf der linken Seite schöne Ausblicke auf den Wasserfall Espelandsfossen.
- Kurz bevor wir nach Ulvik hinunterfahren, legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Von hier aus hast du einen herrlichen Panoramablick auf den Ort, die Obstgärten und den Fjord.
- Unser letzter Halt ist Norwegens berühmte Obst- und Ciderroute. Hier kannst du entweder im Bus bis zurück zum Schiff bleiben oder aussteigen, einen der Ciderhöfe besuchen und anschließend entlang der malerischen Obst- und Ciderroute zum Hafen zurückspazieren. Du entscheidest selbst, wo du den Bus verlassen möchtest.

Zunächst einmal: Herzlich willkommen in Ulvik – liebevoll auch die Perle des Hardanger genannt. In diesem idyllischen Ort leben rund 530 Einwohner. Trotzdem gibt es hier vier Hotels sowie Norwegens einzige Obst- und Ciderroute – eingebettet in eine reizvolle Kulturlandschaft mit Obstgärten, Beerenanbau und Schafweiden. Zur Gemeinde gehört außerdem Finse, der höchstgelegene Bahnhof der Bergenbahn.
Ulvik ist weit mehr als nur eines der schönsten Obstanbaugebiete Norwegens – der Ort ist auch stolzes Mitglied des internationalen Cittaslow-Netzwerks, einer Bewegung, die sich für Gemeinden einsetzt, in denen Lebensqualität wichtiger ist als das hektische Tempo des modernen Alltags.
Hier bestimmt der Rhythmus der Jahreszeiten das Leben. Im Frühling verwandeln sich die Hänge in ein Blütenmeer, während Sommer und Herbst eine reiche Ernte von Äpfeln, Kirschen, Pflaumen und Birnen bringen. Umgeben von majestätischen Bergen und Fjorden bietet Ulvik eine ruhige und entschleunigte Lebensweise, die von den Einheimischen sehr geschätzt wird.
Anstatt von einem Ort zum nächsten zu eilen, nehmen sich die Menschen hier Zeit für die Natur, regionale Spezialitäten und das Zusammensein mit Familie und Freunden. Auch Besucher sind eingeladen, dieses Lebensgefühl zu erleben – bei einem Spaziergang durch die Obstgärten, einer Verkostung von lokal produziertem Cider, Begegnungen mit engagierten Produzenten und der herzlichen Gastfreundschaft eines Dorfes, in dem das Leben bewusst etwas langsamer verläuft.
Gerade diese Kombination aus spektakulärer Natur, lebendigen Traditionen und einer entspannten Lebensweise macht Ulvik zu einem ganz besonderen Reiseziel – und zu einem noch schöneren Ort zum Leben.
Der Ulvikfjord ist ein Seitenarm des Osafjords, der wiederum als nördlicher Arm zum Hardangerfjord gehört. Der Ulvikfjord ist weniger als 100 Meter tief und damit deutlich flacher als der Osafjord, der Tiefen von über 300 Metern erreicht.

Bagnstrond am Osafjord
Ein Ort, an dem man kaum glauben kann, dass hier einmal Menschen lebten
Auf der anderen Seite des Osafjords liegt Bagnstrond, ein stiller, beinahe vergessener Weiler, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Einst lebte hier eine kleine, aber widerstandsfähige Gemeinschaft. Eine Straßenverbindung gab es nie – der Fjord war die einzige Verkehrsverbindung. Im Jahr 1780 ereignete sich hier eine Tragödie: Ein gewaltiger Bergrutsch stürzte in den Fjord und löste eine Tsunamiwelle aus. Die Flut erfasste fünf Boote und kostete einer gesamten Hochzeitsgesellschaft das Leben. Der Fähranleger in Bruravik – wörtlich „Brautbucht“ – erhielt seinen Namen zum Gedenken an dieses Unglück, da dort die Braut gefunden wurde.
Wenn du auf die gegenüberliegende Fjordseite blickst, kannst du noch heute die riesige dreieckige Lücke im Berghang erkennen. Sie zeigt eindrucksvoll die Stelle, an der der Bergrutsch ins Wasser stürzte und die verheerende Flutwelle auslöste.
Mit dem Aufkommen des Automobils und dem Bau von Straßen verlor der Fjord nach und nach seine Bedeutung als Verkehrsweg. Ab etwa 1960 verließen immer mehr Familien den Ort, bis 1996 schließlich der letzte Einwohner fortzog. Im Jahr 1961 trug Bagnstrond stolz den Titel der kleinsten Schule Norwegens – mit gerade einmal zwei Schülern und einer Lehrkraft. Disziplin war dort verständlicherweise kein großes Problem.
Heute lebt dort niemand mehr dauerhaft. Die Häuser werden jedoch weiterhin als Ferienhäuser genutzt und dienen außerdem als Ausgangspunkt für die Hirschjagd in den umliegenden Bergen.

Die Hardangerbrücke
Der Bau der Hardangerbrücke dauerte viereinhalb Jahre. Sie wurde 2013 eröffnet und ersetzte die zehnminütige Fährverbindung zwischen Bruravik und Brimnes. Unterwegs wirst du den ehemaligen Fähranleger von Bruravik sehen. Bei ihrer Eröffnung war die Hardangerbrücke die zehntlängste Hängebrücke der Welt. Ihre Hauptspannweite ist die längste Norwegens und übertrifft die der Golden Gate Bridge in San Francisco um 30 Meter. Die Brückentürme ragen 202,5 Meter in die Höhe und sind damit die höchsten Bauwerke auf dem norwegischen Festland. Die Brücke ist Teil der schnellsten Straßenverbindung zwischen Bergen und Oslo – zumindest bei normalen Wetterbedingungen.

Der Vallavik-Tunnel
Der Vallavik-Tunnel wurde 1985 eröffnet und erhielt mit dem Bau der Hardangerbrücke eine ganz besondere neue Funktion. Ingenieure integrierten auf beeindruckende Weise einen unterirdischen Kreisverkehr in den bestehenden Tunnel, sodass Fahrzeuge die Brücke direkt aus dem Berg heraus erreichen können.
Wenn wir uns dem Kreisverkehr nähern, wirst du bemerken, dass der Tunnel in blaues Licht getaucht ist. In den vergangenen Jahren wurde diese Art der Beleuchtung in immer mehr norwegischen Straßentunneln eingeführt.
Der wichtigste Grund dafür ist ganz praktisch. Norwegen verfügt über zahlreiche außergewöhnlich lange Tunnel, und die Fahrt durch sie kann eintönig werden, wodurch Fahrer schneller ermüden. Das blaue Licht unterbricht diese Monotonie und trägt dazu bei, aufmerksam zu bleiben. Außerdem hebt es wichtige Stellen im Tunnel hervor – etwa unterirdische Kreisverkehre, an denen besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist.
Daneben hat die Beleuchtung auch eine ästhetische Wirkung. Das blaue Licht schafft eine besondere Atmosphäre und vermittelt den Eindruck, durch das Innere eines Gletschers zu fahren. Studien deuten zudem darauf hin, dass diese Beleuchtung einen positiven psychologischen Effekt haben kann. Da die Farbe an Tageslicht oder den offenen Himmel erinnert, wirkt der Tunnel großzügiger und kann das Unbehagen von Menschen verringern, die sich in Tunneln unwohl fühlen.
Granvin
Nach dem Tunnel erreichen wir den Ort Granvin, der bis 1891 zur Gemeinde Ulvik gehörte. Als Granvin eine eigenständige Gemeinde wurde, trug sie zunächst den Namen Graven – ein Wort, das wörtlich „das Grab“ bedeutet. Verständlicherweise waren die Einwohner wenig begeistert davon, erzählen zu müssen, dass sie „im Grab“ lebten. Nach jahrelangem Einsatz gelang es ihnen schließlich, die Behörden von einer Namensänderung zu überzeugen, und 1898 erhielt die Gemeinde offiziell den Namen Granvin. Seit 2020 gehört Granvin zur größeren Gemeinde Voss.

Der Wasserfall Skjervsfossen
Die bedeutendste Naturattraktion von Granvin ist ohne Zweifel der Wasserfall Skjervsfossen, einer der Höhepunkte der Hardanger Nationalen Landschaftsroute. Der Wasserfall liegt direkt an der historischen Bergstraße, die Granvin einst mit den umliegenden Orten verband.
Skjervsfossen besteht aus zwei eindrucksvollen Wasserfällen, die unmittelbar aufeinander folgen und zusammen rund 150 Meter in die Tiefe stürzen. Wir legen einen Halt am berühmten Aussichtspunkt zwischen den beiden Wasserfällen ein, der oft auch „The Shower“ genannt wird. Ein kurzer, asphaltierter Weg bringt dich ganz nah an den oberen Wasserfall heran. Spüre das donnernde Wasser, den kühlen Sprühnebel auf deinem Gesicht und die gewaltige Kraft der Natur – nur wenige Meter entfernt.
Wir machen hier einen etwa 30-minütigen Aufenthalt. Der Bus holt dich anschließend wieder am selben Ort ab.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt auf der historischen Bergstraße in Richtung Voss fort und kehren durch den modernen Tunsberg-Tunnel nach Granvin zurück. Der Tunsberg-Tunnel wurde 2011 eröffnet und ersetzte die alte Straße über Skjervet – eine steile und kurvenreiche Strecke mit zahlreichen Serpentinen. Heute ist die alte Straße eine beliebte Panoramaroute. Früher gehörte sie jedoch zu den anspruchsvollsten Straßen der Region. Im Winter machten Eis und Schnee die Auffahrt oft schwierig und gefährlich, während die schmale Straße im Sommer den wachsenden Touristenverkehr kaum bewältigen konnte, was regelmäßig zu langen Staus führte.
Mit dem neuen Tunnel wurde die Verbindung zwischen Granvin und Voss deutlich sicherer und zuverlässiger – unabhängig von der Jahreszeit.
Das Espelandsdalen
Nun verlassen wir die Hauptstraße und folgen der historischen Bergstraße zurück nach Ulvik. Die Strecke führt durch das wunderschöne Espelandsdalen hinauf auf 345 Meter über dem Meeresspiegel, bevor sie wieder zum Fjord und hinunter nach Ulvik verläuft.
Über Jahrhunderte hinweg war der Hardangerfjord Ulviks wichtigste Verkehrsverbindung. Boote waren die einzige zuverlässige Möglichkeit, die Außenwelt zu erreichen. Als diese Straße im Jahr 1901 eröffnet wurde, entstand die erste Landverbindung zwischen Ulvik und den Nachbargemeinden. Zum ersten Mal konnten Bauern und Unternehmen größere Mengen an Waren auf der Straße transportieren, anstatt ausschließlich auf Boote angewiesen zu sein.
Das Espelandsdalen ist ein ruhiges Hochtal mit kristallklaren Seen, Bächen und rauschenden Wasserfällen. Auf der linken Seite siehst du den wunderschönen Espelandsfossen. Er besteht aus zwei Wasserfällen mit einer gesamten Fallhöhe von rund 130 Metern. Der höchste freie Fall beträgt etwa 100 Meter und macht ihn zu einer der eindrucksvollsten Naturattraktionen des Tals.
Aussichtspunkt Ulvik Panorama
Bevor wir hinunter ins Dorf fahren, legen wir einen kurzen Stopp am Aussichtspunkt Ulvik Panorama ein. Hier hast du Gelegenheit, einige Fotos zu machen und die ruhige Schönheit der Landschaft zu genießen, bevor wir unsere Fahrt nach Ulvik fortsetzen.

Die Obst- und Ciderroute
Norwegens einzige Obst- und Ciderroute befindet sich hier in Ulvik. Drei Höfe bieten vielfältige Erlebnisse – darunter Ciderverkostungen, Hofführungen und die Möglichkeit, verschiedene preisgekrönte Cider zu kaufen.
Besuchertipp: Auf allen Höfen wird ein Ciderbrett angeboten – eine Verkostungsplatte mit verschiedenen hofeigenen Cidersorten.
Da die Zeit während dieser Tour möglicherweise nicht ausreicht, um alles auszuprobieren, solltest du dir überlegen, was dich am meisten interessiert.

1. Halt: Lekve Gard – Ciderkellerei mit Verkostungsflight
Die Hardanger Saft- og Siderfabrikk produziert eine große Auswahl an Apfelsäften und spontan vergorenen Cidern. Außerdem verfügt sie über eine eigene Brennerei, in der edle Spirituosen in Eichenfässern reifen. Besonders empfehlenswert ist ein Cider-Flight mit verschiedenen Cidern aus eigener Herstellung.

2. Halt: Syse Gard – Hofladen mit Ciderbrett
Syse bietet einen gemütlichen Hofladen und ein sehr empfehlenswertes Ciderbrett mit kleinen Kostproben regionaler Spezialitäten. Zum Sortiment gehören veredelte Obstprodukte wie Marmeladen, Säfte und Cider sowie traditionelle norwegische Spezialitäten wie Fenalår (luftgetrockneter Lammschinken) und luftgetrocknete Würste.

3. Halt: Hakastad Gard – Ulvik Frukt & Cideri mit Hofladen und Verkostung
Dieser familiengeführte Hof baut mehr als 20 Apfel- und Süßkirschsorten an, darunter viele traditionelle und besonders aromatische Sorten. Produziert werden Apfelsäfte, Cider und Apfelessig. Im kleinen Hofladen gibt es die hofeigenen Produkte – darunter mehrfach ausgezeichnete Cider – sowie je nach Saison frische Süßkirschen und Äpfel.
Zurück zum Brakanes Hotel
Unsere Sightseeing-Tour ist nun zu Ende.
Von der Obst- und Ciderroute aus kannst du die Umgebung gerne noch zu Fuß weiter erkunden und gemütlich durch die Obstgärten zurück zum Brakanes Hotel spazieren. Alternativ kannst du einfach im Bus sitzen bleiben und die kurze Rückfahrt genießen.
Wir hoffen, dass dir die wunderschönen Landschaften, die Geschichte und die lokalen Traditionen von Ulvik und Hardanger gefallen haben. Vielen Dank, dass du heute mit uns unterwegs warst. Wir wünschen dir noch einen wunderschönen Aufenthalt und hoffen, dich bald wieder in Hardanger begrüßen zu dürfen.
Gute Reise!
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